Ein Beispiel aus dem Arbeitsalltag.

Du freust dich, weil du deinen Mitarbeitenden Homeoffice ermöglichst. Mehr Flexibilität, mehr Vertrauen, mehr Zufriedenheit – so jedenfalls die Idee.

Doch seit einigen Wochen wirkt Sabine verändert. Sie beteiligt sich seltener an Besprechungen, bringt weniger Ideen ein und wirkt irgendwie distanziert. Du fragst dich: „Was ist denn los? Sie kann doch von zu Hause arbeiten – viele würden sich darüber freuen.“

Vielleicht liegt genau darin der Denkfehler.

Nicht jeder Mensch empfindet Homeoffice als Gewinn. Während manche die Ruhe genießen und konzentriert arbeiten können, fehlt anderen genau das, was im Büro ganz selbstverständlich passiert: der kurze Austausch in der Kaffeeküche, ein gemeinsames Lachen oder das Gefühl, Teil des Teams zu sein.

Nicht jeder Mensch tankt Energie auf dieselbe Weise.

Mein Tipp: Wenn du bemerkst, dass ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin unzufrieden wirkt, frage nicht zuerst: „Was läuft hier falsch?“, sondern: „Was brauchst du, damit du hier gerne und mit Freude arbeitest?“

Oft steckt hinter Unzufriedenheit kein mangelnder Einsatz, sondern ein unerfülltes Bedürfnis. Wer den Menschen hinter dem Verhalten verstehen möchte, schafft Vertrauen, stärkt die Zusammenarbeit und verhindert viele Konflikte, bevor sie überhaupt entstehen.